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Phobien und Ängste

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Akrophobie

Akrophobie ist der medizinische Begriff für Höhenangst. Wie bei jeder anderen Angststörung auch werden hier bestimmte körperliche Reaktionen ausgelöst. Bei der Höhenangst sind große Höhen oder Entfernungen die Ursache.

Das Problem bei der Höhenangst findet sich in der Verarbeitung der optischen Signale im menschlichen Gehirn. Der Mensch benötigt immer einen fixen Punkt, auf den er sich konzentrieren kann, um sein Gleichgewicht aufrechterhalten zu können. Besonders deutlich wird dies auch bei der Seekrankheit, bei dem nicht die Bewegung des Schiffs die Übelkeit auslöst, sondern das Fehlen von unbeweglichen Punkten am Horizont. Es werden deutlich weniger Menschen seekrank, wenn das Schiff im Konvoi fährt und man den Blick auf die Begleitschiffe richten kann. Ausnahme ist, wenn das Schiff zu stark in der Dünung rollt. Dann ist das Gleichgewichtsorgan im menschlichen Ohr schlicht mit dem Ausgleich überfordert.

Das gleiche Phänomen findet sich bei der Höhenangst. Hinzu kommt die veränderte Wahrnehmung der Größe der Objekte. Was aus der Nähe groß und stabil wirkt, wird in der Ferne oft zum kaum erkennbaren Detail. Sobald diese Fixpunkte wegfallen, versucht der Körper das Gleichgewicht durch ein leichtes Schwanken aufrecht zu erhalten. Dieses Schwanken wird von den von Akrophobie betroffenen Menschen als unnormal empfunden und setzt eine Kaskade körperlicher Reaktionen in Gang. Die Frequenz des Herzschlags erhöht sich und der Blutdruck steigt. Die Atmung wird ebenfalls intensiver. So entsteht im Körper ein Kribbeln, das die Angst noch weiter verstärkt.

Einige Menschen mit Höhenangst haben zusätzlich das Gefühl, jeden Moment die Kontrolle zu verlieren und abzustürzen oder hinunter springen zu müssen, um die Angst endlich loszuwerden.

Die Behandlungserfolge bei der Höhenangst sind recht gut. In leichteren Fällen reicht eine Gesprächstherapie beim Psychologen. Zusätzlich werden solche Situationen trainiert, indem der Therapeut mit den Betroffenen Orte aufsucht, die solche Ängste auslösen. Je nachdem, wie der Patient diese Konfrontation aushalten kann, wird ständig weiter gesteigert. Dabei werden vor allem spezielle Atemtechniken erlernt, mit denen man die körperlichen Symptome der Angst vermindern kann. Hilfreich sind auch ständig wiederholte logische Erklärungen zur Entstehung der körperlichen Reaktionen. Wenn man sich etwas erklären kann, wirkt es nicht mehr so bedrohlich. Nur in seltenen Fällen ist es notwendig, die Behandlung der Höhenangst mit Beruhigungsmitteln zu unterstützen. Meistens werden diese nur zu Beginn der Therapie eingesetzt, um den Einstieg in die Behandlung zu ermöglichen.

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