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Aviophobie
Unter Aviophobie versteht der Mediziner die Flugangst.
Selbst Menschen, die sonst als Draufgänger gelten, können beim Anblick eines
Flugzeuges, in das sie steigen sollen, Panik bekommen und mit allerlei Ausreden
die Flucht antreten.
Wenn man die Betroffenen fragt, warum die Angst vorm Fliegen
haben, kommen sehr unterschiedliche Aussagen. Während die einen angeben, sie
wüssten zwar um die physikalischen Hintergründe, aber ihnen sei es trotzdem
unheimlich, dass sich so ein Stahlkoloss in den Himmel erheben könnte, kommt
bei anderen Betroffenen eher die Unwissenheit um die Abläufe zum Ausdruck.
Doch egal, wo die Ursachen liegen, je mehr sie sich auf das
Vermeiden der Angst auslösenden Situation konzentrieren, desto mehr verstärkt
sich die Angst. Hinzu kommt, dass Flugzeugabstürze in den Nachrichten immer als
spektakuläre Ereignisse gehandelt werden und die Zahlen der Toten und
Verletzten meistens sehr hoch sind. Kurioserweise saugen von Flugangst
betroffene Menschen diese Nachrichten förmlich in sich auf; quasi als suchten
sie Bestätigung für ihre Furcht vorm Fliegen.
Dabei gilt das Flugzeug statistisch gesehen als das
sicherste Verkehrsmittel der Welt. Die Ergebnisse sind identisch, gleichgültig
ob man die Zahl der zurückgelegten Kilometer als auch die Zahl der
transportierten Passagiere zugrunde legt. Das Risiko beim Überqueren einer
Straße zu Tode zu kommen, ist um ein Vielfaches höher gegenüber dem Risiko, bei
einem Flugzeugabsturz verletzt zu werden.
In der Bundesrepublik bietet die Lufthansa auf allen
größeren Flughäfen Trainingsprogramme für Menschen mit Flugangst an. Sie
bestehen aus einem theoretischen Teil, in dessen Verlauf erfahrene Psychologen,
Flugkapitäne und Stewardessen die Abläufe genau erklären und auch Rede und
Antwort stehen, was die Überprüfung der Sicherheit der Flugzeuge betrifft. Die
Sicherheitsstandards in Deutschland und der Europäischen Union sind knallhart
und nicht selten kommt es vor, dass einigen Fluggesellschaften, die diese
Anforderungen nicht erfüllen, der Zugang zum europäischen Luftraum verwehrt
wird.
Der zweite Teil der Flugangstseminare ist ganz praktischer
Natur. Dabei wird gezeigt, wie das Einchecken abläuft und in einem stehenden
Flugzeug oder einem Modell werden alle Sicherheitsvorrichtungen in ihrer Handhabung
erklärt und oft auch der praktische Umgang geübt. Den krönenden Abschluss der
Seminare bildet meistens ein kurzer Rundflug mit einer kleineren Maschine.
Diese Kurse sind zwar kostenpflichtig, aber der damit
erzielte Erfolg ist gewaltig. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die ihre
Flugangst nicht verloren haben und sich anschließend immer noch nicht trauen,
das Flugzeug als schnelles und sicheres Verkehrsmittel zu nutzen.
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