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Nosokomephobie
Nosokomephobie ist der psychiatrische Fachbegriff
für Krankenhausangst. Dass niemand gern in eine Klinik zur stationären
Behandlung oder gar für eine notwendige Operation geht, steht fest. Das ist die
natürliche Reaktion auf die Feststellung, dass etwas mit dem eigenen Körper
nicht in Ordnung ist. Von Krankenhausangst spricht der klinische Psychiater
dann, wenn die Patienten sogar die Behandlung verweigern und eine weitere
Verschlechterung ihres physischen Zustandes in Kauf nehmen, nur um nicht in die
Klinik zu müssen.
Die Angst vor Krankenhaus hat mehrere Ursachen. Eine davon
kann eine negative Erfahrung im Zusammenhang mit einem Krankenhaus sein. Sei
es, dass der Betroffene dort eine schwere Operation durchmachen musste oder
erlebt hat, wie ein naher Angehöriger dort verstorben ist. Daneben kommt auch
zum Tragen, dass man dort in seinem täglichen Leben eingeschränkt wird und dem
Personal bis zu einem gewissen Grade ausgeliefert ist. Viele Menschen haben
Panik vor Operationen, aber nicht weil sie befürchten, dass dabei etwas schief
gehen könnte, sondern weil ihre Angst ihnen suggeriert, dass sie während einer
Narkose den Ärzten hilflos ausgeliefert sind und nicht kontrollieren können,
was in dieser Zeit mit ihrem Körper gemacht wird.
Eine Hilfsmaßnahme für Betroffene ist es, sich vorher in dem
Krankenhaus umschauen zu können, in das sie eingewiesen werden sollen und auch
schon einmal ein paar Worte mit den behandelnden Ärzten und dem Personal auf
der vorgesehenen Station wechseln zu können. Außerdem kann man sich mit
Patienten unterhalten, die dort schon behandelt worden sind. Davon finden sich
im Bekanntenkreis sicher einige Betroffene, die über die Verhältnisse und die
Betreuung in der jeweiligen Klinik Auskunft geben können. Wenn es um einen
bevorstehenden operativen Eingriff oder eine größere Untersuchung geht,
verfügen die Ärzte in der Regel auch über umfangreiches Informationsmaterial,
das auf Anfrage gern ausgehändigt wird. So weiß man zumindest schon einmal
genauer, was auf einen zukommt.
Inzwischen können auf Grund der fortgeschrittenen Technik
auch einige Untersuchungen wie Magen- und Darmspiegelungen ohne Narkose
vorgenommen werden. Auch die im Volksmund als Rückenmarksnarkose bezeichnete
Unterbrechung der Nervenleitfähigkeit durch eingespritzte Betäubungsmittel kann
eine gute Alternative zur herkömmlichen Narkose sein. Wenn es ohne Vollnarkose
gar nicht geht, kann man den Arzt bitten, eine Videoaufzeichnung während der
Operation mitlaufen zu lassen. In den meisten Kliniken ist das möglich.
Lässt sich auch mit diesen Maßnahmen die Angst vor dem
Krankenhaus nicht besänftigen, müssen zur Vorbereitung auf die Einweisung
leichte Beruhigungsmittel verabreicht oder eine kurzfristige Gesprächstherapie
mit dem Psychiater der Klinik angesetzt werden.
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