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Sonderfall Bulimie
Noch sind sich die klinischen Psychologen nicht ganz einig,
ob die Bulimie in die verschiedenen Ängste einordnen lässt. Letztendlich liegt
aber auch der Bulimie eine Angststörung zugrunde. Es ist die Angst vor dem
Verlust der Aufmerksamkeit, der dieses unangebrachte Essverhalten auslöst. Auch
die Angst, den Anforderungen der Gesellschaft nicht gewachsen zu sein, ist eine
der Hauptursachen für die Entwicklung einer Bulimie.
Glücklicherweise hat sich das Bild in der Werbung zumindest
ansatzweise geändert und es werden nicht mehr ausschließlich nur klapperdürre
Models präsentiert, sondern eher wieder die Figurtypen, bei den man davon
ausgehen kann, dass sie mit einer gesunden Ernährung erreicht wurden und nicht
mit einer der Gesundheit große Schäden zufügenden Mangelernährung. Aus dieser
verfehlten Werbepolitik haben besonders Jugendliche häufig völlig falsche
Schönheitsideale abgeleitet, denen sie um jeden Preis nacheifern wollen.
Häufig ist eine Bulimie auch ein Hilfeschrei des betroffenen
Menschen. Deshalb ist es wichtig, eine umfassende Diagnose zu stellen, ehe eine
Behandlung begonnen wird. Oftmals sind nämlich auch psychische Missstände in
der Familie die Ursache einer Bulimie. In vielen Fällen sind die ältesten
Kinder betroffen, die zu Gunsten der jüngeren Geschwister immer wieder
zurückstehen müssen. Gerade wenn die jüngeren Geschwister noch im
Säuglingsalter sind, haben die Eltern meistens weder Zeit noch Aufmerksamkeit
für die älteren Kinder.
Das Gefährliche an einer Bulimie ist, dass sich das einmal
erlernte Essverhalten immer mehr verfestigt und die Ziele hinsichtlich der
Figur und des Körpergewichtes ständig drastischere und damit auch ständig
gesundheitsschädlichere Ziele annehmen.
Bei einem bestehenden Verdacht auf Bulimie ist unbedingt ein
Facharzt einzuschalten. Je eher das geschieht, desto besser ist es, denn
Bulimie birgt immer auch die Gefahr einer Mangelernährung, bei der der Körper
große gesundheitliche Schäden nehmen kann, die sogar zum Tod führen können.
Neben einer klassischen Psychotherapie wird hier immer auch eine
Ernährungsberatung durchgeführt, die sogar so weit gehen kann, dass ein
mehrwöchiger Aufenthalt in einer psychiatrischen Kureinrichtung eingebunden
wird.
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